Hey, Bro! Wenn von Cannabis die Rede ist, denkt man meist an die vertrauten Begriffe „Sativa“ und „Indica“. Doch es gibt noch einen ebenso wichtigen Mitspieler: Ruderalis. Dieses unscheinbare und äußerst zähe „Unkraut“ aus den rauen sibirischen und zentralasiatischen Breiten hat Growern Eine Pflanze, die unabhängig von der Tageslänge zu blühen beginnt. selbstblühende ↗ Sorten beschert, die dort wachsen, wo andere Formen einfach nicht zurechtkommen. Schauen wir uns an, woher ihr Name stammt, wie sich verwildertes Cannabis von echter wilder Ruderalis unterscheidet und wie die bescheidene Ruderalis zur Genspenderin moderner Autoflowers wurde.

Abbildung: Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte
Abbildung aus dem Originalartikel. Quellen: DZAGI

Hinweis:

In diesem Artikel werden „Sativa“ und „Indica“ als traditionelle, historisch etablierte Bezeichnungen verwendet. Moderne Forschung zeigt, dass die Eigenschaften einer Pflanze weniger von diesen Kategorien als von der individuellen Kombination aus Genen, Terpenen und Cannabinoiden abhängen.

Ruderalis und der Streit um eine dritte Art

Cannabis ruderalis, im Alltag kurz Ruderalis, gehört zur Gattung Cannabis in der Familie der Hanfgewächse; viele halten sie für eine dritte Unterart oder sogar eine eigene Art neben Sativa und Indica. Der Name erschien 1924 in der botanischen Literatur, und sein Rang wurde seitdem unterschiedlich eingeordnet. Heute führt Plants of the World Online Cannabis sativa var. ruderalis als Synonym von Cannabis sativa. Ruderalis selbst ist kleinwüchsiger, kompakter und stressresistenter Hanf: meist 30–60 cm hoch, seltener bis zu einem Meter, mit dickem, wenig verzweigtem Stängel und hellgrünen Blättern. Ihre Blüten sind klein und dicht. Kew, Plants of the World Online

Das wichtigste Merkmal von Ruderalis ist die Selbstblüte. Sativa und Indica beginnen zu blühen, wenn die Tage kürzer werden, Ruderalis dagegen, sobald sie ein bestimmtes Alter und eine bestimmte Größe erreicht hat. Biologen sprechen dabei von einer geringeren Abhängigkeit des Übergangs zur Blüte von der Tageslänge. Meist bildet Ruderalis 5–7 Wochen nach der Keimung Blüten, und der ganze Zyklus vom Samen bis zu reifen Samen dauert etwa 8–10 Wochen. So schafft sie es, in einem kurzen Sommer Nachkommen zu bilden. Toth und Kollegen, 2022

Die Evolution des Selbstblütemechanismus

Abbildung oder Diagramm: Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte
Abbildung aus dem Originalartikel. Quellen: DZAGI

Die Fähigkeit von Ruderalis, ohne kürzer werdende Tage zu blühen, ist das Ergebnis langer Anpassung. Ihre natürlichen Verbreitungsgebiete sind die hohen Breiten Eurasiens: Sibirien, Zentralasien und Nordeuropa, wo der Sommer kurz ist und die Tage bis zum Herbst kaum kürzer werden. Eine Pflanze, die auf kurze Tage wartet, schafft es dort nicht, vor dem Frost zu blühen. Genetiker haben bereits Genomregionen gefunden, die mit diesem Merkmal verbunden sind. 2022 beschrieben Jacob Toth und Kollegen die Region Autoflower1, die in den untersuchten Populationen mit Bei photoperiodischen Pflanzen hängt der Übergang zur Blüte von der Tageslänge ab. photoperiodischer ↗ Unempfindlichkeit verbunden war. Sie wurde Ein Merkmal, das vererbt werden kann, ohne in einer Kreuzung sichtbar zu werden. In der Geschichte von Lowryder ist Autoflowering ein Beispiel. rezessiv ↗ vererbt. Frühe Blüte betrachteten die Forschenden dabei getrennt vom Autoflowering. Studie zu Autoflower1 und Early1

In einer am 25. März 2024 online veröffentlichten Arbeit fanden Keegan Leckie und Kollegen eine Mutation an einer Spleißstelle des Gens CsPRR37. Die Autoren brachten sie mit einer veränderten Blühregulation im untersuchten selbstblühenden Pflanzenmaterial in Verbindung. Leckie und Kollegen, 2024

Doch es gibt mehr als einen Mechanismus. Am 16. April 2024 erschien eine Arbeit von Caroline Dowling und Kollegen über Autoflower2 und das Gen CsFT1 bei FINOLA. Die Autoren zeigten, dass es im Genpool von Cannabis mindestens zwei unabhängige Loci gibt, die mit der photoperiodischen Steuerung der Blüte verbunden sind. Dowling und Kollegen, 2024

Das Wolgagebiet, Janischewski und die Geschichte des Namens

Ruderalis als wissenschaftlicher Begriff entstand in Russland. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts fielen russischen Botanikern niedrige, zähe Büsche wild wachsenden Hanfs auf, die fernab der Felder wuchsen. 1924 veröffentlichte Dmitri Janischewski eine Beschreibung von Pflanzen aus dem Umfeld von Saratow. Sein dort 1920 gesammelter Beleg wird in der taxonomischen Arbeit von Ernest Small und Arthur Cronquist aus dem Jahr 1976 angeführt. Janischewski schlug für diese Pflanzen zwei alternative Namen vor: Cannabis ruderalis und Cannabis sativa var. ruderalis. Small und Cronquist, 1976, S. 424

Janischewski untersuchte sorgfältig Form und Größe der Samen sowie ihre mit selbstständiger Ausbreitung verbundenen Merkmale. Botaniker trennten damals wild wachsende Formen von Kulturformen, und diese „Wilden“ konnten dort überleben, wo Kulturhanf nicht Fuß fassen würde. Später verzeichneten Wawilow und andere sowjetische Wissenschaftler ähnliche Wildformen in Sibirien, im Altai, in Zentralasien, im Ural und im Wolgagebiet.

Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI

Verwildertes Cannabis gegenüber echter Ruderalis

Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI

Neben echter Ruderalis gibt es weltweit viel sogenanntes verwildertes Cannabis: entkommenes Cannabis, das ohne menschliche Beteiligung wächst. Auf den ersten Blick ähnelt es oft Ruderalis: niedrige Bestände an Straßenrändern, auf Brachland und verlassenen Feldern. Doch seine Herkunft unterscheidet sich. Verwildertes Cannabis stammt von kultiviertem Cannabis ab, das aus Feldern „entkam“ und mehrere Generationen selbstständig wuchs, wobei es nach und nach selektierte Merkmale verlor. Solche Pflanzen werden kleiner, bilden bescheidenere Blüten und entwickeln sich oft zurück in Richtung einer wildähnlichen Form.

Die Grenze zwischen verwildertem Cannabis und Ruderalis ist unscharf. Formal gilt jedes nicht kultivierte Cannabis als ruderal oder unkrautartig. In der Cannabiscommunity meint „Ruderalis“ jedoch gewöhnlich eine natürliche selbstblühende Population, die sich unter extremen Bedingungen entwickelte, etwa in Sibirien oder Zentralasien. Verwildertes Cannabis stammt häufiger von Sativa oder Nutzsorten ab und kann einige ruderale Merkmale annehmen, bleibt aber genetisch näher an seinen kultivierten Vorfahren. Wenn in einer Region lange Nutzhanf angebaut wurde und ein Feld verlassen wird, findet sich dort einige Jahre später verwildertes Cannabis: kleiner und in der Form „wilder“. Es wird aber nicht immer selbstblühend, sondern nur, wenn die entsprechende Mutation in der ursprünglichen Population bereits vorhanden war. Verwilderte Pflanzen blühen gewöhnlich als Reaktion auf die Photoperiode, nur sehr früh, sobald die Tage kürzer werden.

Die Geografie verwilderten Cannabis ist mit Orten verbunden, an denen Hanf früher aktiv kultiviert wurde. In Osteuropa, der Ukraine, Belarus und den baltischen Staaten gibt es noch immer zahlreiche Bestände „wilden“ Cannabis aus Sowjetzeiten. Einheimische betrachten es oft als „lokale Sorte“, obwohl es tatsächlich von Nutzpflanzenbeständen abstammt. Das nordamerikanische Phänomen Ditch Weed, große Bestände wilden Cannabis entlang von Straßen und Kanälen des Mittleren Westens, ist ein weiteres Beispiel verwilderten Cannabis, das von Nutzhanfanbau während des Krieges abstammt. Dieses wilde Cannabis wird manchmal Cannabis ruderalis genannt, ist aber tatsächlich näher an europäischer Sativa. Einige Populationen blühen sehr früh, aber Ditch Weed ist gewöhnlich nicht vollständig selbstblühend: Es ist einfach eine schnelle Reaktion auf die Photoperiode.

Verwildertes Cannabis ist also ein Sammelbegriff für jedes entkommene Cannabis, während man als „echte“ Ruderalis eine natürliche selbstblühende Form bezeichnet, die ohne menschliches Zutun entstanden ist und sich gefestigt hat. Im Feld sind sie schwer zu unterscheiden: Oft geben nur die Genetik und die Kenntnis der Populationsgeschichte eine Antwort. Im weiteren Sinne gehören verwilderte Pflanzen und Ruderalis zum Begriff ruderaler Cannabispopulationen, also „Unkräuter“, die an ein Leben ohne Menschen angepasst sind.

2021 verglichen Guangpeng Ren und Kollegen die Genome einer breiten Auswahl von Kulturpflanzen und selbstständig wachsenden Pflanzen. Alle von ihnen untersuchten Pflanzen außerhalb des Anbaus stammten von verwilderten Kulturformen ab. Die Autoren halten es für möglich, dass die ursprünglichen wilden Vorfahren verschwunden sind, und sehen die Notwendigkeit, weiteres Material zu sammeln. Ren und Kollegen, 2021

Woher Ruderalis kommt: Verwilderungstheorie gegenüber eigenständiger Art

Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI

Die Schlüsselfrage für Botaniker und Grower lautet, ob Ruderalis eine wilde Linie ist, die neben kultivierten Sorten existierte, oder ein Nachfahre domestizierten Cannabis, der wieder verwilderte. Anders gesagt: War Ruderalis immer „wild“, oder entkam sie nach einem einzigen Domestizierungsereignis der menschlichen Kontrolle?

Die Wissenschaft hat keine einstimmige Antwort. Historisch entwickelten sich zwei Hauptschulen:

1. Das Variationskonzept: eine Art

Anhänger dieser Theorie (zum Beispiel Serebrjakowa, 1940) betrachten alle heutigen Hanfformen lediglich als Variationen einer einzigen Art, Cannabis sativa. In diesem System wird Ruderalis als Unterart (C. sativa subsp. spontanea) eingeordnet, also als verwilderte Form, die von Kulturhanf abstammt. Das lateinische „spontanea“ sagt es direkt: „von selbst wachsend“. Nach dieser Logik sind wilde Populationen in Sibirien, Europa und Amerika das Ergebnis von Verwilderung: Einst domestizierte Sorten gelangten „in die Freiheit“, passten sich an und veränderten eine Reihe von Merkmalen, behielten aber die Fähigkeit, sich mit anderen Unterarten zu kreuzen.

Die hohe Kreuzbarkeit aller Formen, Sativa, Indica und Ruderalis, sowie die Fruchtbarkeit ihrer Hybriden sprechen für einen gemeinsamen Ursprung. Moderne genetische Forschung bestätigt das: Es gibt keine klare Grenze zwischen Sativa, Indica und Ruderalis. Viel wichtiger ist der Unterschied im „wirtschaftlichen Zweck“: Die Populationen teilen sich in zwei große genetische Gruppen, „Faser/Samen“-Typen, Nutzhanf und verwildertes Cannabis, sowie „harzreiche“ Drogentypen. Ruderalis steht gewöhnlich der ersten Gruppe näher als „harzreichen“ Sorten, sowohl im chemischen Profil als auch in der DNA. DNA-Analysen von Hunderten Proben aus unterschiedlichen Ländern zeigen, dass wilde Pflanzen aus Russland und den USA kultivierten Nutzsorten genetisch oft sehr nahe sind. Das stützt die Hypothese sekundärer Verwilderung: Ruderalis als „Auswanderer aus der Kultur“.

2. Das polytypische Konzept: mehrere Arten

Die zweite Schule erkennt mehrere unabhängige Hanfarten an, darunter C. ruderalis Janisch. In diesem Modell ist Ruderalis der ursprüngliche „wilde“ Pool, aus dem später Sativa und Indica hervorgingen: Statt „Kultivierung → Verwilderung“ lautet die Abfolge „wild → Kultivierung“. Diese Schule stützt sich auf die Arbeiten Wawilows, der Zentralasien für das Ursprungszentrum des Hanfs hielt. Wawilow selbst betrachtete Ruderalis allerdings nicht als dritte Art: Nach Small und Cronquist ordnete er diese wild wachsenden Formen var. spontanea zu. Ein weiteres Argument dieser Schule ist Cannabispollen in Ablagerungen des frühen Holozäns: Hanf wuchs in Osteuropa und Asien lange vor dem Ackerbau.

Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI

Der moderne Kompromiss

Heute versteht man unter Ruderalis meist eine Gesamtheit wilder und halbwilder Cannabispopulationen, die Anpassungen an ein Leben ohne Menschen erworben haben: Selbstblüte, Frühreife, niedrigen Wuchs und Widerstandskraft. Das genetische Mosaik ist deshalb groß: Selbstblühende Populationen aus China, der Mongolei, Russland und Europa können sich in Details der Allele unterscheiden, zeigen aber ähnliche ruderale Merkmale. In der Züchtung meint man mit Ruderalis vor allem einen Satz von Genen: den Genpool für Selbstblüte, Frühreife und Widerstandskraft, auf dem moderne Autoflowers aufgebaut wurden. Die Frage, ob der erste Vorfahr eine Kulturpflanze oder ein echtes Wildgewächs war, bleibt vorerst offen.

Die heutige Verbreitung von Ruderalis

Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI

Die ursprünglichen Verbreitungsgebiete des Wildhanfs sind Mittel- und Osteuropa, Südrussland, Kasachstan, die Mongolei, der Altai und ganz Zentralasien. Große Bestände wild wachsenden Hanfs verzeichnen Botaniker in den Steppen- und Waldsteppenzonen der Ukraine, des europäischen Russlands und Nordkasachstans. Rudi mag gestörte Böden an Straßenrändern, auf Müllplätzen, Feldern und in Gräben und wächst oft in der Nähe von Siedlungen: ein „camp follower“, eine Pflanze, die dem Lager folgt. Eine in der Zeitschrift G3 veröffentlichte Studie zu verwilderten amerikanischen und kultivierten Linien fand Hinweise auf lokale Anpassung und Unterschiede in der Populationsstruktur. Genome-wide polymorphism and genic selection in feral and domesticated lineages of Cannabis sativa

Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“.
Abbildung aus dem Originalartikel „Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte“. Quellen: DZAGI

Von Ruderalis zu selbstblühenden Hybriden

Historisches Dokument oder Publikation: Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte
Abbildung aus dem Originalartikel. Quellen: DZAGI

Nachdem Ruderalis am Rand der menschlichen Aufmerksamkeit gestanden hatte, rückte sie im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder ins Zentrum des Zuchtinteresses. Ihre einzigartige Fähigkeit zur Selbstblüte wurde ein echter Fund für moderne Züchter, die Cannabis entwickeln wollten, das unter unterschiedlichsten Bedingungen angebaut werden kann.

Wie Ruderalis in die weltweite Züchtung gelangte

Die ersten Versuche, Ruderalis in der Züchtung zu nutzen, begannen in den 1970er- und 1980er-Jahren. Im Westen war Ruderalis damals fast unbekannt, Informationen stammten vor allem aus sowjetischen Arbeiten, und Liebhaber begannen, Samen wild wachsenden Hanfs aus Russland und Osteuropa einzuführen, um sie mit anderen Sorten zu kreuzen. Die Hybriden jener Jahre blühten unzuverlässig, doch gerade damals begannen ruderale Gene in die westliche Genetik einzudringen. Parallel liefen Programme für Nutzhanf: In seiner eigenen historischen Übersicht datiert das finnische FINOLA die Entstehung der Sorte unter dem Code FIN-314 auf das Jahr 1995. Historische Übersicht von FINOLA

Die Lowryder-Revolution

Botanisches Foto: Cannabis ruderalis: die Geschichte der Selbstblüte
Abbildung aus dem Originalartikel. Quellen: DZAGI

Den eigentlichen Durchbruch schaffte der Züchter The Joint Doctor (Sasha Przytyk, Kanada). Von einem Bekannten namens Antonio erhielt er Samen einer kleinen Hanfpflanze namens Mexican Rudy. In einem am 23. Oktober 2010 auf ICMag nachgedruckten Interview sagt Joint Doctor selbst, dass die Herkunft dieser Linie unklar ist. Die Verbindung zu russischem Ruderalis und alten Experimenten in Mississippi nennt er seine eigene Vermutung. Als weitere Ausgangsnamen werden Northern Lights #2 und William’s Wonder genannt; ein früher Arbeitstitel des späteren Lowryder war Willy’s Automatic. Nach mehreren Generationen der Auslese entstand aus diesen Linien der stabile selbstblühende Lowryder. Frühe Erzählung von Joint Doctor

In einem am 1. Mai 2024 veröffentlichten Interview bei Fast Buds Talks datiert Sasha die erste Veröffentlichung von Lowryder auf 2003. Es war eine Miniaturpflanze von bis zu 40 cm, die 3 Wochen nach der Keimung zu blühen begann und in 8 Wochen vollständig ausreifte. In den 2000er-Jahren folgten Lowryder #2, Diesel Ryder und zahlreiche „Ryder“-Hybriden, mit denen Autoflowers den Massenmarkt erreichten. Interview mit Joint Doctor

Wie moderne Autoflowers funktionieren

Seit den 2010er-Jahren werden selbstblühende Hybriden rasch verbessert. Generation für Generation kreuzen Züchter Autoflowers mit photoperiodischen Sorten wie Skunk, Kush und Haze und wählen die selbstblühenden Nachkommen aus. Der Anteil „wilder“ Genetik sinkt dabei, während sich das gewünschte Allel festigt. Autoflowering lässt sich heute auf der Ebene konkreter Genomregionen besprechen, doch der Name einer Sorte zeigt nicht, welcher Mechanismus in ihr wirkt.

Ein Unkraut am Wegesrand der Geschichte

Ruderalis galt lange als „Unkraut am Wegesrand der Geschichte“. Heute stützt sich die Autoflower-Züchtung weltweit auf ihre Gene: Autoflowers wachsen im Norden mit seinen kurzen Sommern und sind zu einem gewöhnlichen Werkzeug der Züchter geworden. Das bescheidene sibirische „Unkraut“ ist zu einer Ressource geworden, ohne die sich die heutige Cannabiskultur kaum vorstellen lässt.

Quellen: öffentlich zugängliche Veröffentlichungen über das Unternehmen und die Sorte.